Hausarztpraxis am Romanplatz · München

Zeckenbiss in München: Wanderröte, Borreliose & FSME

Zecke entdeckt oder eine auffällige Rötung bemerkt? Hier erfahren Sie, was jetzt zu tun ist, wie eine Wanderröte aussieht und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

Kurz gesagt: Zecke möglichst früh entfernen. Eine kleine Rötung direkt nach dem Stich ist häufig harmlos. Wird sie über die folgenden Tage größer oder breitet sie sich aus, kann eine Wanderröte vorliegen. Gegen FSME gibt es eine Impfung – gegen Borreliose nicht.
Hautreaktion einordnen Was tun?
Zeckenbiss in München – Wanderröte Borreliose und FSME
Hautreaktion einordnen

Wie sieht ein Zeckenbiss aus?

Nach einem Zeckenstich kann zunächst ein kleiner roter Punkt, eine begrenzte Rötung oder leichte Schwellung zurückbleiben. Das ist nicht automatisch Borreliose. Entscheidend ist vor allem, wie sich die Hautveränderung entwickelt.

Zeckenbiss und Wanderröte erkennen – Hautrötung nach Zeckenstich

Typische lokale Reaktion

  • kleiner roter Punkt an der Einstichstelle
  • leichte Rötung oder Schwellung
  • Juckreiz oder leichtes Brennen möglich
  • bleibt eher klein
  • klingt normalerweise wieder ab
Eher beruhigend: Die Rötung wird kleiner und blasser, statt sich weiter auszubreiten.
Borreliose früh erkennen

Wanderröte oder normale Rötung?

Merkmal Lokale Stichreaktion Wanderröte (Erythema migrans)
Zeitpunkt häufig direkt nach dem Stich typischerweise zeitlich verzögert
Größe bleibt eher begrenzt nimmt an Fläche zu
Verlauf wird meist blasser breitet sich nach außen aus
Aussehen kleiner roter Fleck ringförmig, oval oder flächig möglich
Juckreiz häufig möglich kann fehlen
Wichtig: Eine Wanderröte muss nicht wie ein perfekter roter Ring aussehen. Auch eine gleichmäßig gerötete, zunehmend größer werdende Fläche kann einem Erythema migrans entsprechen.
Zecke nicht gesehen?

Zeckenbiss ohne sichtbare Zecke

Sehr kleine Zecken können übersehen werden oder sich bereits gelöst haben. Ein einzelner roter Punkt beweist im Nachhinein keinen Zeckenstich.

Eine typische sich ausbreitende Wanderröte kann jedoch auch relevant sein, wenn keine Zecke bewusst bemerkt wurde.

Auf den Verlauf achten

Ein Foto mit Größenvergleich kann helfen zu erkennen, ob eine Rötung tatsächlich größer wird.

Nicht das perfekte „Zeckenbiss-Bild“ ist entscheidend, sondern Form, Größe und Veränderung im Verlauf.

Praktischer Sofortplan

Zeckenbiss – was tun?

Sitzt die Zecke noch in der Haut, sollte sie möglichst zeitnah entfernt werden. Dafür braucht es normalerweise keinen Arztbesuch.

Zecke richtig entfernen

  • feine Pinzette oder Zeckenwerkzeug verwenden
  • möglichst hautnah greifen
  • ruhig und kontrolliert herausziehen
  • Zeckenkörper nicht unnötig quetschen
  • Einstichstelle anschließend reinigen
Bitte nicht:

Kein Öl, Klebstoff, Nagellack oder andere Hausmittel auf die noch sitzende Zecke geben. Entscheidend ist die zügige mechanische Entfernung.

Zecke richtig entfernen mit Pinzette
Häufige Sorge

„Der Kopf ist stecken geblieben“ – was jetzt?

Oft handelt es sich um kleine zurückgebliebene Mundwerkzeuge. Diese können wie ein Fremdkörper eine lokale Reizung verursachen.

Nicht selbst mit einer Nadel tief in der Haut danach suchen. Bei zunehmender Schwellung, Schmerzen, Überwärmung oder Eiter sollte die Stelle ärztlich beurteilt werden.

Nach der Entfernung

Der kurze Zeitplan nach einem Zeckenstich

Jetzt

Zecke entfernen, Stelle reinigen und Datum des Stichs notieren. Bei sichtbarer Rötung kann ein Foto hilfreich sein.

Nächste Tage

Eine kleine lokale Reaktion darf abklingen. Eine zunehmende oder sich ausbreitende Rötung sollte abgeklärt werden.

Nächste Wochen

Bei neuer Hautveränderung, Fieber, deutlichem Krankheitsgefühl oder neurologischen Beschwerden an den Zeckenstich denken.

Weiterführend: Wie Borreliose diagnostiziert und behandelt wird, erklären wir im nächsten Abschnitt.
Lyme-Borreliose

Welche Symptome kann Borreliose verursachen?

Borreliose wird durch Borrelien verursacht. Die häufigste frühe Manifestation ist die Wanderröte. Später können insbesondere Nervensystem, Gelenke und selten das Herz betroffen sein.

Früh

Wanderröte, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen oder grippeähnliches Krankheitsgefühl.

Neurologisch

Zum Beispiel Nervenschmerzen, Gefühlsstörungen oder eine neu auftretende Gesichtslähmung.

Später

Unter anderem Gelenkentzündungen und weitere organbezogene Manifestationen.

Fachinformation: Mehr zum Erythema migrans bei DocCheck.
Labor richtig einsetzen

Wann ist ein Borreliose-Bluttest sinnvoll?

Ein Bluttest direkt nach einem Zeckenstich ist meist nicht sinnvoll. Antikörper benötigen Zeit, bis sie nachweisbar werden.

Typische Wanderröte

Ein typisches Erythema migrans wird vor allem klinisch diagnostiziert. Eine frühe negative Serologie schließt die Erkrankung nicht zuverlässig aus.

Andere Verdachtsfälle

Bei passenden späteren oder organbezogenen Beschwerden kann eine stadiengerechte Borrelien-Serologie sinnvoll sein. Das Ergebnis muss immer zusammen mit dem klinischen Bild bewertet werden.

Wichtig: Ein positiver Antikörperbefund beweist nicht automatisch eine aktuell behandlungsbedürftige Borreliose. Antikörper können auch nach einer zurückliegenden Infektion nachweisbar bleiben.

Wissenschaftliche Vertiefung: Serologische Diagnostik – systematische Übersichtsarbeit (PubMed) · aktualisierte deutsche Leitlinie zur kutanen Borreliose (PubMed)

Behandlung

Wie wird Borreliose behandelt?

Eine behandlungsbedürftige Lyme-Borreliose wird mit Antibiotika behandelt. Präparat und Behandlungsdauer richten sich nach Manifestation, Alter und individueller Situation.

Nach einem Zeckenstich nicht automatisch Antibiotika: Ein unkomplizierter Stich allein ist noch keine Borreliose. Entscheidend sind klinische Zeichen und die medizinische Gesamtsituation.
Wichtig zu wissen

Borrelien-Antikörper dauerhaft kontrollieren?

In der Regel nein. IgG- und teilweise auch IgM-Antikörper können nach einer durchgemachten und erfolgreich behandelten Borreliose über Jahre nachweisbar bleiben.

Ein weiterhin positiver oder hoher Antikörperwert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass noch eine aktive Borreliose besteht. Ohne passende neue Beschwerden bringen wiederholte Antikörperkontrollen meist keinen zusätzlichen Nutzen und können eher verunsichern.

Entscheidend ist der klinische Verlauf – nicht das Ziel, einen Antikörperwert irgendwann „negativ“ zu bekommen.

↗ PubMed: Serologische Verlaufskontrollen bei Lyme-Borreliose

Borreliose-Verdacht abklären
FSME in München & Bayern

FSME-Risiko in München: Was sollte man wissen?

Bayern gehört zu den deutschen Schwerpunkten der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). 2026 gelten 95 von 96 bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten als FSME-Risikogebiete.

Wichtig: Anders als Borreliose wird FSME durch ein Virus verursacht. Eine vorbeugende FSME-Impfung ist möglich.

FSME beginnt bei Erkrankten häufig zunächst mit unspezifischen grippeähnlichen Beschwerden. Bei einem Teil der Erkrankten kann später das zentrale Nervensystem betroffen sein.

↗ Bayerisches LGL: aktuelle FSME-Risikogebiete

Nicht verwechseln

FSME oder Borreliose – was ist der Unterschied?

Borreliose FSME
Erreger Bakterien (Borrelien) Virus
Typisches Zeichen Wanderröte möglich keine typische Wanderröte
Nervensystem kann betroffen sein bei schweren Verläufen zentral
Antibiotika bei behandlungsbedürftiger Borreliose wirken nicht gegen das Virus
Impfung nein ja
Prävention

Wer sollte in München über die FSME-Impfung nachdenken?

Die STIKO empfiehlt die Impfung für Personen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten und dort Zecken ausgesetzt sind.

  • Wandern und Spaziergänge
  • Gartenarbeit
  • Joggen oder Radfahren im Grünen
  • Hundespaziergänge
  • Kinder, die regelmäßig draußen spielen

FSME-Impfung in München

In unserer Hausarztpraxis können wir den vorhandenen Impfstatus prüfen und besprechen, ob eine Grundimmunisierung oder Auffrischimpfung sinnvoll ist.

Impftermin vereinbaren

↗ RKI: FSME-Risikogebiete 2026

FSME-Impfung München

Wie funktioniert die FSME-Impfung?

Für einen längerfristigen Schutz erfolgt eine Grundimmunisierung mit mehreren Impfungen. Die genauen Abstände hängen vom verwendeten Impfstoff ab. Bei kurzfristigem Schutzbedarf sind auch beschleunigte Impfschemata möglich.

Grundimmunisierung

In der Regel sind drei Impfstoffdosen vorgesehen. Der genaue Abstand richtet sich nach dem Präparat.

Schneller Schutz

Wenn die Zeckensaison oder eine Reise unmittelbar bevorsteht, kann je nach Impfstoff ein Schnellimpfschema möglich sein.

Auffrischung

Nach abgeschlossener Grundimmunisierung sind Auffrischungen erforderlich. Das Intervall hängt insbesondere von Alter und Impfstoff ab.

Impfpass mitbringen: Oft muss nicht neu begonnen werden. Wir prüfen vorhandene Impfungen und ergänzen fehlende Dosen entsprechend dem verwendeten Impfstoff.
Häufige Fragen

FSME-Impfung bei Kindern und Erwachsenen

Kinder

Für Kinder stehen altersgerechte FSME-Impfstoffe zur Verfügung. Ob die Impfung sinnvoll ist, hängt vor allem von der Zeckenexposition im Risikogebiet ab.

Ältere Erwachsene

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko schwerer FSME-Verläufe. Gleichzeitig gelten je nach Impfstoff kürzere Auffrischungsintervalle.

Kosten

Wer bezahlt die FSME-Impfung?

Bei einer STIKO-Indikation – etwa entsprechender Zeckenexposition in einem ausgewiesenen Risikogebiet – gehört die FSME-Impfung grundsätzlich zu den empfohlenen Schutzimpfungen. Bei Reiseimpfungen können andere Regelungen gelten.

In der Praxis: Bringen Sie Ihren Impfpass mit. Wir prüfen, ob Impfungen fehlen, wann die nächste Auffrischung fällig ist und welches Schema passt.
FSME-Impftermin in München

↗ RKI/STIKO: aktuelle Impfempfehlungen 2026

Wann zum Arzt?

Diese Zeichen sollten Sie abklären lassen

Nach Zeckenstich

  • Rötung wird deutlich größer oder breitet sich aus
  • Fieber oder ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • starke oder ungewöhnliche Schmerzen
  • deutliche Gelenkschwellung
  • Einstichstelle stark entzündet

Neurologische Warnzeichen

  • neue Gesichtslähmung
  • Taubheits- oder Gefühlsstörungen
  • starke, insbesondere nächtliche Nervenschmerzen
  • starke Kopfschmerzen oder Nackensteife
  • andere neu aufgetretene neurologische Symptome
Bei ausgeprägten neurologischen Symptomen nicht abwarten: Je nach Schweregrad kann eine dringliche medizinische Abklärung erforderlich sein.
Kinder & Schwangerschaft

Gibt es besondere Situationen?

Zeckenstich bei Kindern

Grundsätzlich gelten dieselben Beobachtungskriterien. Bei Kindern können bei Neuroborreliose unter anderem Hirnnervenlähmungen oder Zeichen einer Meningitis auftreten.

Zeckenstich in der Schwangerschaft

Ein Zeckenstich allein bedeutet nicht automatisch eine Infektion. Bei Wanderröte oder anderen verdächtigen Beschwerden sollte die Situation ärztlich beurteilt und eine Therapie schwangerschaftsgerecht gewählt werden.

↗ RKI: Fragen und Antworten zu Zeckenstichen

Hausarzt in München

Zeckenbiss oder Wanderröte in München abklären

Bei auffälliger Hautreaktion oder Beschwerden können wir den Befund klinisch einordnen und entscheiden, ob weitere Diagnostik oder Behandlung sinnvoll ist.

Termin am Romanplatz vereinbaren
Zeckenstiche vermeiden

Wie kann man sich vor Zecken schützen?

Draußen

Geschlossene Schuhe und lange Kleidung erschweren Zecken den Zugang zur Haut. Repellents können den Schutz ergänzen.

Danach

Nach Aufenthalten im Grünen den Körper absuchen – besonders Kniekehlen, Leisten, Achseln, Haaransatz und andere geschützte Hautbereiche.

FSME

Bei entsprechender Exposition in einem Risikogebiet ist die FSME-Impfung die wichtigste spezifische Präventionsmaßnahme.

Häufige Fragen

FAQ zu Zeckenbiss, Borreliose und FSME

Wie schnell muss eine Zecke entfernt werden?
Möglichst zeitnah. Sobald eine Zecke entdeckt wird, sollte sie mechanisch entfernt und nicht erst mit Hausmitteln behandelt werden.
Ist jeder rote Fleck nach einem Zeckenbiss Wanderröte?
Nein. Eine kleine lokale Rötung direkt nach dem Stich ist häufig. Verdächtiger ist eine Rötung, die sich im weiteren Verlauf deutlich vergrößert und nach außen ausbreitet.
Muss Wanderröte immer ringförmig sein?
Nein. Ein Erythema migrans kann ringförmig, oval oder auch flächig erscheinen. Der zunehmende Durchmesser ist häufig wichtiger als ein perfektes Ringmuster.
Wann ist ein Borreliose-Bluttest sinnvoll?
Nicht routinemäßig unmittelbar nach dem Stich. Antikörper benötigen Zeit, bis sie nachweisbar werden. Bei typischer Wanderröte ist vor allem der klinische Befund entscheidend.
Soll man Borrelien-Antikörper regelmäßig kontrollieren?
In der Regel nicht. Antikörper können nach einer früheren Infektion lange nachweisbar bleiben und eignen sich nicht als zuverlässiger Aktivitäts- oder Therapieverlaufsmarker. Ohne passende Beschwerden bringen wiederholte Kontrollen meist keinen zusätzlichen Nutzen.
Gibt es eine Impfung gegen Borreliose?
Nein. In Deutschland steht keine zugelassene Impfung gegen Lyme-Borreliose zur Verfügung. Gegen FSME gibt es dagegen eine wirksame Schutzimpfung.
Ist eine FSME-Impfung in München sinnvoll?
Bei entsprechender Zeckenexposition in einem ausgewiesenen FSME-Risikogebiet wird die Impfung entsprechend den STIKO-Empfehlungen empfohlen. Der individuelle Impfstatus und notwendige Auffrischungen können in der Hausarztpraxis geprüft werden.
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Hausarztpraxis am Romanplatz

Unsicher nach einem Zeckenstich?

Bei auffälliger Hautreaktion, Verdacht auf Wanderröte oder Beschwerden können wir den Befund in unserer Hausarztpraxis in München einordnen. Auch Ihren FSME-Impfstatus prüfen wir gerne.

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