Medizin mit Haltung, Erfahrung und innerem Kompass
Ich bin Facharzt für Allgemeinmedizin in der Hausarztpraxis am Romanplatz. Mein Weg in die Medizin war nicht geradlinig – aber genau deshalb prägt er bis heute, wie ich arbeite: aufmerksam, ruhig, gründlich und mit echtem Interesse am Menschen.
Mehr als ein klassischer Arzt-Lebenslauf
Auf vielen Arztseiten stehen Studium, Facharzt, Fortbildungen und Mitgliedschaften. Das ist wichtig – aber es erklärt nicht, warum ein Arzt so arbeitet, wie er arbeitet.
Diese Seite erzählt deshalb nicht nur, welche beruflichen Stationen ich durchlaufen habe. Sie erzählt, warum ich heute Medizin so verstehe: ruhig, gründlich, verständlich, auf Augenhöhe und mit dem Blick für den ganzen Menschen.
Denn gute Allgemeinmedizin besteht nicht nur aus Laborwerten, Diagnosen und Rezepten. Sie entsteht aus Erfahrung, Haltung und Vertrauen.
Verstehen statt abfertigen
Ich möchte, dass Patienten verstehen, was medizinisch passiert. Erst dann können sie gute Entscheidungen für ihre Gesundheit treffen.
Risiken früh erkennen
Moderne Hausarztmedizin bedeutet für mich nicht nur behandeln, sondern Erkrankungen möglichst früh erkennen und verhindern.
Medizin auf Augenhöhe
Ich empfehle meinen Patienten meistens genau das, was ich auch meiner eigenen Familie empfehlen würde.
Warum ich Arzt geworden bin
Manchmal frage ich mich selbst, warum ich eigentlich Arzt geworden bin. Der Weg war keineswegs von Anfang an festgelegt.
Meine Eltern haben mir früh erlaubt, vieles auszuprobieren. Sie haben meine Interessen gefördert und mir nicht vorgeschrieben, welchen Weg ich gehen soll. Dieses Vertrauen hat mich geprägt.
Nach dem Abitur interessierte mich zunächst alles Mögliche. Ich wollte Pilot werden. Ich bewarb mich für Schauspiel. Ich arbeitete im Rettungsdienst. Gleichzeitig faszinierte mich schon immer der menschliche Körper: Sport, Ernährung, Muskelaufbau, Leistungsfähigkeit und Gesundheit.
Im Krankenhaus merkte ich dann etwas, das mich selbst überraschte: Ich ging gerne hin. Auch ohne Bezahlung. Das war für mich damals ungewöhnlich. Aber die Arbeit fühlte sich sinnvoll an.
Fast Pilot geworden
Nach dem Abitur nahm ich am Auswahlverfahren der Lufthansa für angehende Piloten teil. Ich schaffte es weit, fiel aber am zweiten Tag des Tests in Bremen heraus.
Im psychologischen Abschlussgespräch erhielt ich eine Einschätzung, die ich damals noch nicht vollständig einordnen konnte:
„Sie könnten den Test beim nächsten Mal wahrscheinlich bestehen. Aber überlegen Sie, ob das wirklich Ihr Weg ist. Ihre Stärken passen besonders gut zur Medizin.“
Rückblickend war das erstaunlich treffend. Die Luftfahrt lebt von Standardisierung, Checklisten und Hierarchien. Medizin braucht ebenfalls Struktur – aber sie lässt mehr Raum für Intuition, Verantwortung, Erfahrung und menschliche Begegnung.
Fast auf einer anderen Bühne gelandet
Zur gleichen Zeit bewarb ich mich an der Hochschule der Künste in Berlin für Schauspiel. Ich wurde sogar zum Vorsprechen eingeladen.
Den Termin sagte ich schließlich ab, weil ich bereits im Rettungsdienst und im medizinischen Umfeld angekommen war.
Trotzdem blieb etwas davon erhalten: Ich erkläre gerne. Ich präsentiere gerne. Ich versuche, Menschen mitzunehmen. Nicht als Show, sondern weil Medizin erst dann gut wird, wenn Menschen verstehen, worum es geht.
Zwischen Wissenschaft, Selbstständigkeit und häufigem Neuanfang
Mein Vater war Physiker, später Professor der Physik. Von ihm habe ich wahrscheinlich die Freude am Verstehen, Hinterfragen und Durchdringen komplexer Zusammenhänge.
Meine Mutter war viele Jahre für uns Kinder da und baute später erfolgreich eine eigene Personalvermittlungsfirma auf. Von ihr habe ich vielleicht gelernt, dass man sich auch später im Leben neu erfinden und etwas Eigenes aufbauen kann.
Durch die beruflichen Stationen meines Vaters zog unsere Familie immer wieder um. Das hat mich geprägt. Ein klassisches Heimatgefühl hatte ich lange nicht. Dafür lernte ich früh, mich auf neue Orte, neue Menschen und neue Situationen einzustellen.
Vielleicht ist genau daraus etwas entstanden, das mich bis heute begleitet: die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, wenn sie sich richtig anfühlen.
Das Jahr, in dem ich beinahe ausgewandert wäre
Weil ich nicht sofort einen Studienplatz für Medizin bekam, ergab sich nach dem Abitur eine ungewöhnliche Möglichkeit: Ein befreundeter Professor lud mich nach Johannesburg ein. Dort sollte sich vielleicht ein Weg ins Medizinstudium eröffnen.
Also ging ich nach Südafrika. Für ein Jahr lebte ich in Johannesburg und begann einen Bachelor of Science. Ich lernte Englisch nicht nur als Alltagssprache, sondern als akademische Sprache: Vorlesungen, Fachbücher, Klausuren.
Dabei merkte ich, dass mich besonders die Meeresbiologie faszinierte. Rückblickend hätte mein Leben dort auch völlig anders verlaufen können.
Ein Leben, das auch anders hätte verlaufen können
Südafrika war für mich faszinierend: die Landschaft, die Menschen, die Weite, die Möglichkeiten. Ich hätte mir durchaus vorstellen können, dort zu bleiben.
Kurz vor Ende meines Aufenthalts wurde ich jedoch Opfer eines schweren Überfalls. Dieses Erlebnis veränderte meinen Blick auf das Land und wurde einer der Gründe, warum ich nach Deutschland zurückkehrte.
Heute denke ich trotzdem nicht bitter an diese Zeit zurück. Sie hat mir gezeigt, wie wenig selbstverständlich Lebenswege sind – und wie sehr Zufälle, Glück und Entscheidungen zusammenwirken.
„Manchmal entscheidet das Leben für uns, bevor wir selbst genau wissen, wohin wir wollen. Wichtig ist dann, den nächsten richtigen Schritt zu finden.“
Der innere Kompass
Wenn ich heute auf diese frühen Jahre zurückblicke, sehe ich keinen geraden Karriereplan. Ich sehe viele Möglichkeiten, Abzweigungen und Entscheidungen.
Pilot, Schauspiel, Südafrika, Naturwissenschaften, Rettungsdienst, Medizin: Es hätte vieles werden können.
Am Ende führte mich mein Weg in die Medizin, weil dort alles zusammenkam, was mich wirklich interessiert: Wissenschaft, Verantwortung, Technik, Menschen, Körper, Gesundheit und die Möglichkeit, konkret zu helfen.
Dieser innere Kompass hat mich später noch oft begleitet – besonders in der Herzchirurgie, beim Wechsel in die Allgemeinmedizin und beim Aufbau meiner eigenen Hausarztpraxis in München.
Zehn Jahre Herzchirurgie – Medizin unter höchster Verantwortung
Während meines Medizinstudiums kam ich immer wieder mit chirurgischen Fächern in Kontakt. Die Arbeit im Operationssaal faszinierte mich. Die Kombination aus Präzision, Verantwortung und unmittelbarer Wirkung auf das Leben von Menschen hatte eine besondere Anziehungskraft.
Ursprünglich dachte ich sogar über Radiologie nach. Die Verbindung aus Technik, Diagnostik und Medizin fand ich spannend. Nach einigen Erfahrungen wurde mir jedoch klar, dass mir dort etwas Entscheidendes fehlte:
Ein guter Freund aus dem Studium begann schließlich seine Weiterbildung in der Herzchirurgie und erzählte mir von einer außergewöhnlichen Abteilung voller intelligenter, kollegialer und hoch engagierter Ärzte.
Seine Begeisterung war ansteckend.
Ich bewarb mich am Deutschen Herzzentrum München – und blieb dort mehr als zehn Jahre.
Was mich an der Herzchirurgie faszinierte
Viele Menschen denken bei Herzchirurgie zuerst an Operationen. Mich faszinierte immer das Gesamtbild.
Die Herzchirurgie verbindet Chirurgie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, moderne Bildgebung und Hochtechnologie auf einzigartige Weise.
Ich lernte zu intubieren, Thoraxdrainagen anzulegen, kritisch kranke Patienten auf Intensivstationen zu betreuen und unter Zeitdruck Entscheidungen zu treffen.
Gleichzeitig begegnete man täglich Situationen, in denen wenige Minuten über Leben und Tod entscheiden konnten.
Diese Erfahrungen haben mich geprägt – fachlich, aber vor allem menschlich.
Warum mich heute kaum etwas aus der Ruhe bringt
Viele Patienten fragen mich, warum ich auch in schwierigen Situationen ruhig bleibe.
Die Antwort liegt wahrscheinlich in diesen zehn Jahren.
Wer tausende Intensivpatienten gesehen, Notfälle erlebt und kritische Entscheidungen getroffen hat, entwickelt eine andere Perspektive auf medizinische Probleme.
Ruhe bewahren
Erst verstehen, dann handeln. Hektik löst selten Probleme.
Prioritäten erkennen
Was ist wirklich gefährlich? Was kann warten?
Verantwortung übernehmen
Entscheidungen treffen, wenn Entscheidungen nötig sind.
Mensch bleiben
Hinter jeder Diagnose steht ein Mensch mit Sorgen, Hoffnungen und Ängsten.
„Wer viele kritische Situationen erlebt hat, verliert nicht den Respekt vor Krankheiten – aber die Angst vor ihnen.“
Wenn es etwas besser ging, wollte ich wissen wie
Schon früh interessierte mich nicht nur die Behandlung von Patienten.
Mich interessierte vor allem die Frage:
Während meiner Zeit in der Herzchirurgie arbeitete ich eng mit Ingenieuren, Forschern und Industriepartnern zusammen.
Besonders spannend war die Entwicklung neuer bildgestützter Verfahren für Herzklappen- und Aorteneingriffe.
Gemeinsam mit internationalen Partnern entwickelte ich neue Konzepte, die hochpräzise 3D-Bildgebung direkt während laufender Eingriffe ermöglichten.
Was heute selbstverständlich erscheint, war damals innovativ und wurde von Kollegen weltweit beobachtet.
Ein Moment, den ich nie vergessen werde
Auf einem internationalen Kongress in San Francisco stellte ich ein neuartiges Konzept zur bildgestützten Navigation während laufender Herzoperationen vor.
Ich hatte nicht erwartet, dass die Präsentation eine besondere Wirkung entfalten würde.
Umso überraschender waren die Reaktionen.
Am Ende erhielt die Präsentation einen Innovationspreis und wurde von mehreren hundert Teilnehmern mit Standing Ovations aufgenommen.
Nicht der Preis ist mir in Erinnerung geblieben.
Sondern die Erkenntnis, was entstehen kann, wenn medizinische Erfahrung, Kreativität und Neugier zusammenkommen.
Warum mein Leben eine neue Richtung bekam
Nach außen betrachtet verlief meine Karriere erfolgreich.
Ich arbeitete in einem hochspezialisierten Umfeld, publizierte wissenschaftlich, entwickelte neue Verfahren und hatte spannende Perspektiven.
Gleichzeitig war die Herzchirurgie mein ganzes Leben geworden.
Familie, Freizeit und private Interessen standen oft im Hintergrund.
Dann lernte ich die Frau kennen, die heute meine Ehefrau ist.
Eigentlich begann alles mit einer Doktorarbeit.
Die Doktorarbeit wurde nie fertig.
Dafür veränderte diese Begegnung mein Leben.
Sie war der erste Mensch, bei dem ich mich nie verstellen musste.
Der erste Mensch, der mich vollständig angenommen hat – mit Stärken, Schwächen, Ideen und Eigenheiten.
Warum ich die Herzchirurgie verlassen habe
Die schwierigste Entscheidung meines Berufslebens war nicht die Herzchirurgie.
Es war der Abschied von ihr.
Als unser erstes Kind geboren wurde, begann ich mein Leben neu zu betrachten.
Zum ersten Mal stellte ich mir die Frage:
Die Antwort lautete überraschend klar:
Nein.
Nicht weil ich die Herzchirurgie nicht liebte.
Sondern weil ich inzwischen auch andere Dinge liebte:
- Familie
- Gemeinsame Wochenenden
- Zeit mit meinen Kindern
- Weihnachten ohne Dienst
- Ein Leben außerhalb des Krankenhauses
Also traf ich eine Entscheidung, die viele Kollegen nicht verstanden.
Ich begann noch einmal von vorne.
Ich wurde Allgemeinmediziner.
„Die Herzchirurgie hat mich gelehrt, wie wichtig Präzision und Verantwortung sind. Die Allgemeinmedizin hat mir gezeigt, wie wertvoll Zeit, Vertrauen und langfristige Beziehungen sein können.“
Warum ich Hausarzt geworden bin
Rückblickend war der Wechsel von der Herzchirurgie in die Allgemeinmedizin die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
Viele Kollegen konnten diesen Schritt nicht nachvollziehen.
Warum verlässt jemand eine erfolgreiche Karriere in einem hochspezialisierten Fachgebiet, um noch einmal neu anzufangen?
Die Antwort ist einfach:
Ich wollte ihnen helfen, gesund zu bleiben.
Ich wollte langfristige Beziehungen zu Patienten aufbauen.
Und ich wollte Medizin so machen, wie sie sich für mich richtig anfühlt:
- verständlich
- gründlich
- ehrlich
- persönlich
- auf Augenhöhe
Heute darf ich genau das jeden Tag tun.
Gespräche auf Augenhöhe
Wenn man meine Patienten fragen würde, was sie an mir schätzen, würden wahrscheinlich viele unterschiedliche Antworten entstehen.
Trotzdem tauchen einige Dinge immer wieder auf.
Verständliche Medizin
Medizin wird erst dann wertvoll, wenn Menschen verstehen, was mit ihnen los ist.
Keine Bevormundung
Ich erkläre Möglichkeiten, Chancen und Risiken. Die Entscheidung trifft am Ende der Patient.
Ruhe in schwierigen Situationen
Zehn Jahre Herzchirurgie und Intensivmedizin helfen dabei, auch dann einen klaren Kopf zu behalten, wenn andere bereits nervös werden.
Volle Aufmerksamkeit
Ein Patient sagte einmal: „Bei Ihnen habe ich das Gefühl, in diesem Moment der wichtigste Mensch zu sein.“
„Ich empfehle meinen Patienten meistens genau das, was ich auch meiner eigenen Familie empfehlen würde.“
Warum ich meine eigene Hausarztpraxis gegründet habe
Rückblickend glaube ich, dass ich schon lange selbstständig dachte, bevor ich tatsächlich selbstständig wurde.
In der Klinik hatte ich immer wieder Schwierigkeiten mit Hierarchien.
Nicht weil ich Regeln ablehne.
Sondern weil ich medizinische Entscheidungen persönlich verantworten möchte.
Wenn ich einem Patienten etwas empfehle, muss ich diese Empfehlung vertreten können.
Die eigene Praxis hat mir die Freiheit gegeben, Medizin genau so auszuüben, wie sie meiner Persönlichkeit entspricht.
Individuell.
Modern.
Ehrlich.
Und immer mit dem Menschen im Mittelpunkt.
Worauf ich wirklich stolz bin
Viele Menschen erwarten an dieser Stelle etwas über Karriere, Forschung oder medizinische Erfolge.
Natürlich bin ich dankbar für alles, was ich beruflich erleben durfte.
Aber wenn ich ehrlich bin, bin ich auf etwas anderes deutlich stolzer:
- meine Frau
- meine Kinder
- unsere Familie
- das gemeinsame Leben, das wir aufgebaut haben
Einer meiner Söhne sagte einmal:
Mehr muss man über meinen Beruf eigentlich nicht sagen.
FAQ zu Dr. med. Gernot Brockmann
Sie suchen einen Hausarzt in München-Nymphenburg?
Dann freue ich mich darauf, Sie persönlich kennenzulernen.