HAUSARZTPRAXIS AM ROMANPLATZ · LABORWERTE · LEUKOZYTEN · MÜNCHEN

Leukozyten erhöht: Tabelle, Ursachen, Symptome & ab wann es gefährlich wird

Leukozyten erhöht – weiße Blutkörperchen im Blutbild

Leukozyten sind weiße Blutkörperchen und ein zentraler Teil des Immunsystems. Erhöhte Leukozyten entstehen häufig bei Infekten, Entzündungen, Stress, Rauchen oder nach Medikamenten wie Cortison. Wichtig ist nicht nur der einzelne Wert, sondern die Kombination aus Beschwerden, CRP, Differentialblutbild und Verlauf.

Leukozyten schnell erklärt

  • Normalwert Erwachsene: häufig etwa 4.000 bis 10.000 Leukozyten/µl
  • Leicht erhöht: oft bei Infekt, Stress, Rauchen oder körperlicher Belastung
  • Deutlich erhöht: muss im Zusammenhang mit CRP, Symptomen und Differentialblutbild beurteilt werden
  • Sehr hohe Werte: können selten auf schwere Infektionen oder Blutkrankheiten hinweisen
  • Wichtig: Nicht der Leukozytenwert allein entscheidet, sondern der Gesamtbefund

Praxis-Merksatz

Leukozyten sind ein Warnsignal, aber keine Diagnose. Ein Wert von 11.000/µl kann harmlos sein, ein normaler Wert schließt dagegen nicht jede relevante Erkrankung aus.

Hausärztliche Einordnung

In der Praxis sehen wir erhöhte Leukozyten sehr häufig im Rahmen von Infekten, Entzündungen oder Stressreaktionen. Entscheidend ist dann: Hat der Patient Beschwerden? Ist das CRP erhöht? Welche Leukozyten-Untergruppe ist verändert? Normalisiert sich der Wert wieder?

4.000–10.000/µl
typischer Erwachsenenbereich
10.000–15.000/µl
häufig leicht bis mäßig erhöht
>20.000/µl
ärztlich genauer einordnen
Differential-BB
oft entscheidend

Passend dazu: CRP-Wert, großes Blutbild und Blutbild erklärt.

Blutwerte ärztlich besprechen

1. Leukozyten erhöht: die Kurzantwort

Was bedeutet ein erhöhter Leukozytenwert?

Erhöhte Leukozyten bedeuten, dass die Zahl der weißen Blutkörperchen im Blut über dem Referenzbereich liegt. Häufig steckt dahinter eine normale Abwehrreaktion des Körpers, zum Beispiel bei einem Infekt, einer Entzündung oder nach körperlichem oder seelischem Stress.

Medizinisch spricht man bei erhöhten Leukozyten von einer Leukozytose. Sie ist ein Laborbefund, aber noch keine fertige Diagnose.

Was ist jetzt wichtig?

  • Wie hoch ist der Wert genau?
  • Gibt es Fieber, Schmerzen, Husten, Durchfall oder Krankheitsgefühl?
  • Ist der CRP-Wert erhöht?
  • Welche Untergruppe ist erhöht: neutrophile, lymphozytäre oder eosinophile Leukozyten?
  • Ist der Wert neu, dauerhaft oder nur vorübergehend verändert?

Sofort einordnen

Leukozyten leicht erhöht bei Schnupfen, Husten oder Stress sind häufig harmlos. Leukozyten deutlich erhöht zusammen mit Fieber, starkem Krankheitsgefühl, Atemnot, starken Schmerzen, Nachtschweiß, ungewolltem Gewichtsverlust oder auffälligem Differentialblutbild sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

2. Was sind Leukozyten?

Leukozyten greifen Bakterien an und bekämpfen Krankheitserreger style="width:100%;height:auto;border-radius:18px">

Leukozyten sind weiße Blutkörperchen. Sie gehören zum Immunsystem und helfen dem Körper, Krankheitserreger, Entzündungen, Fremdstoffe und geschädigte Zellen zu erkennen und zu bekämpfen.

Anders als rote Blutkörperchen transportieren Leukozyten keinen Sauerstoff. Ihre Hauptaufgabe ist die Abwehr. Deshalb verändern sich Leukozytenwerte häufig bei Infektionen, Entzündungen, allergischen Reaktionen, Stress oder bestimmten Medikamenten.

Wichtige Leukozyten-Untergruppen

  • Neutrophile Granulozyten: häufig erhöht bei bakteriellen Infekten und Stressreaktionen
  • Lymphozyten: wichtig bei Virusinfekten und Immunantwort
  • Monozyten: beteiligt an länger laufenden Entzündungsprozessen
  • Eosinophile Granulozyten: oft relevant bei Allergien, Asthma oder Parasiten
  • Basophile Granulozyten: selten deutlich verändert, teilweise bei speziellen Blutbildern relevant

Warum reicht der Gesamtwert oft nicht?

Ein einzelner Leukozytenwert sagt nur, dass die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen verändert ist. Für die eigentliche Einordnung ist häufig das Differentialblutbild entscheidend.

Untergruppe Typische Bedeutung
Neutrophile bakterielle Infekte, Stress, Cortison
Lymphozyten Virusinfekte, Immunreaktionen
Eosinophile Allergien, Asthma, Parasiten
Monozyten länger dauernde Entzündung, Erholungsphase nach Infekt

Deshalb ist bei unklaren Werten häufig ein großes Blutbild sinnvoller als nur ein kleines Blutbild.

3. Leukozyten Normalwerte: Tabelle für Erwachsene, Kinder und Schwangerschaft

Die Referenzbereiche können je nach Labor leicht abweichen. Entscheidend ist daher immer der Referenzbereich auf dem jeweiligen Laborbefund. Die folgende Tabelle dient als Orientierung.

Leukozyten Normalwert Tabelle

Gruppe Orientierender Normalbereich Einordnung
Erwachsene ca. 4.000–10.000/µl häufig verwendeter Referenzbereich
Kinder altersabhängig, oft höher als bei Erwachsenen immer mit altersbezogener Labornorm beurteilen
Neugeborene deutlich höher möglich eigene pädiatrische Referenzbereiche
Schwangerschaft leicht bis mäßig erhöht möglich oft physiologisch, aber immer im Kontext beurteilen
Ältere Menschen ähnlich wie Erwachsene Infekte können trotz ernster Erkrankung weniger auffällige Werte machen

Leukozyten normal

Ein normaler Wert spricht gegen eine starke Leukozytose, schließt aber nicht jede Entzündung oder Infektion sicher aus.

Leukozyten leicht erhöht

Häufig bei Infekten, Stress, Rauchen, Sport, Cortison oder nach Operationen.

Leukozyten deutlich erhöht

Sollte zusammen mit Symptomen, CRP, Differentialblutbild und Verlauf beurteilt werden.

Wichtig zur Einheit

Viele Laborberichte geben Leukozyten als G/l oder 10⁹/l an. 10 G/l entspricht ungefähr 10.000/µl. Ein Wert von 12 G/l entspricht also etwa 12.000/µl.

4. Leukozyten erhöht: was bedeutet das?

Sind die Leukozyten erhöht, reagiert der Körper häufig auf eine Belastung. Das kann eine Infektion sein, aber auch Stress, Rauchen, körperliche Anstrengung, eine Entzündung, eine Operation, Schwangerschaft oder eine Medikamentenwirkung.

Ein häufiger Fehler ist, erhöhte Leukozyten sofort mit einer schweren Erkrankung gleichzusetzen. In vielen Fällen handelt es sich um eine vorübergehende und erklärbare Reaktion.

Häufige harmlose oder vorübergehende Gründe

  • akuter Infekt der Atemwege
  • Magen-Darm-Infekt
  • Stress, Schmerzen oder körperliche Belastung
  • Rauchen
  • Schwangerschaft
  • Cortison oder andere Medikamente
  • Erholungsphase nach Entzündung oder Operation

Leukozyten erhöht: typische Werte grob eingeordnet

Wert Einordnung Typische nächste Frage
10.000–12.000/µl leicht erhöht Infekt, Stress, Rauchen, Verlauf?
12.000–15.000/µl mäßig erhöht CRP, Symptome, Differentialblutbild?
15.000–20.000/µl deutlicher erhöht bakterieller Infekt, Entzündung, Medikamente?
>20.000/µl auffällig zeitnah ärztlich einordnen
>50.000/µl stark auffällig dringende Abklärung, auch Blutkrankheiten bedenken

Diese Werte sind eine Orientierung und ersetzen nicht die ärztliche Bewertung.

Warum der CRP-Wert so wichtig ist

Leukozyten und CRP ergänzen sich. Erhöhte Leukozyten mit hohem CRP sprechen eher für eine relevante Entzündung oder Infektion. Erhöhte Leukozyten bei normalem CRP können zum Beispiel durch Stress, Rauchen, Cortison oder eine frühe beziehungsweise abklingende Situation erklärbar sein.

5. Leukozyten erhöht: ab wann gefährlich?

Die Frage „Leukozyten zu hoch – ab wann gefährlich?“ lässt sich nicht allein mit einer Zahl beantworten. Entscheidend sind Höhe, Verlauf, Beschwerden, CRP, Differentialblutbild und der klinische Eindruck.

Ampel-Tabelle: Leukozyten erhöht

Situation Einordnung Was tun?
meist unkritisch
leicht erhöht, sonst fit
häufig bei kleinem Infekt, Stress, Rauchen oder körperlicher Belastung Verlauf kontrollieren, Ursache einordnen
abklärungsbedürftig
erhöht + Fieber oder Schmerzen
Infektion oder Entzündung wahrscheinlicher ärztliche Untersuchung, CRP, ggf. Urin, weitere Diagnostik
wichtig
dauerhaft erhöht
nicht nur Momentaufnahme, Verlauf auffällig Differentialblutbild und Ursachenabklärung
dringend
sehr hoch + schwer krank
schwere Infektion, starke Entzündung oder selten Blutkrankheit möglich zeitnahe bis dringende ärztliche Abklärung
Warnzeichen
Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Lymphknoten
muss weiter abgeklärt werden Blutbild, Differentialblutbild, ggf. Hämatologie

Häufig nicht gefährlich

  • leichte Erhöhung bei Erkältung
  • Stress oder Schlafmangel
  • Rauchen
  • körperliche Belastung
  • kurzfristiger Anstieg nach Cortison

Ärztlich abklären, wenn …

  • Fieber, starke Schmerzen oder Atemnot bestehen
  • CRP oder andere Entzündungswerte erhöht sind
  • die Leukozyten wiederholt erhöht bleiben
  • zusätzlich Hb oder Thrombozyten auffällig sind
  • Nachtschweiß, Gewichtsverlust oder Lymphknotenschwellungen dazukommen

6. Ursachen für erhöhte Leukozyten

Erhöhte Leukozyten können sehr viele Ursachen haben. In der Hausarztpraxis sind Infekte und Entzündungen am häufigsten. Trotzdem ist wichtig, die Ursache nicht nur zu raten, sondern anhand von Beschwerden, Untersuchung und weiteren Laborwerten einzugrenzen.

Häufige Ursachen in der Übersicht

Ursache Typische Hinweise Was hilft bei der Einordnung?
Bakterielle Infektion Fieber, Schmerzen, eitriger Auswurf, Harnwegsbeschwerden CRP, Differentialblutbild, Urin, Untersuchung
Virusinfekt Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, Gliederschmerzen Differentialblutbild, Verlauf, klinischer Eindruck
Entzündung Schmerzen, Schwellung, Rötung, erhöhte Entzündungswerte CRP, BSG, Untersuchung, ggf. Bildgebung
Stress / Schmerzen akute Belastung, Operation, Unfall, starke Schmerzen Verlaufskontrolle nach Erholung
Rauchen chronisch leicht erhöhte Werte möglich Verlauf, CRP, Gesamtbild
Cortison Anstieg nach Tabletten, Spritzen oder Infusionen möglich Medikamentenanamnese
Allergien / Asthma eosinophile Granulozyten erhöht Differentialblutbild, Allergiediagnostik
Bluterkrankungen sehr hohe oder dauerhafte Werte, weitere Blutbildauffälligkeiten Blutausstrich, Hämatologie, Spezialdiagnostik

Wichtig

Eine Leukozytose ist oft reaktiv, also eine Antwort des Körpers auf eine Belastung. Gefährlicher wird es, wenn die Werte sehr hoch sind, unerklärt bleiben, länger bestehen oder zusammen mit weiteren auffälligen Blutwerten auftreten.

7. Differentialblutbild: welche Leukozyten sind erhöht?

Differentialblutbild mit Leukozyten Untergruppen

Bei erhöhten Leukozyten ist das Differentialblutbild oft der entscheidende nächste Schritt. Es zeigt, welche Untergruppe der weißen Blutkörperchen verändert ist.

Untergruppe Wenn erhöht Häufige Ursachen
Neutrophile neutrophile Leukozytose bakterielle Infekte, Stress, Cortison, Entzündung
Lymphozyten Lymphozytose Virusinfekte, Immunreaktionen, selten hämatologische Ursachen
Eosinophile Eosinophilie Allergien, Asthma, Medikamente, Parasiten
Monozyten Monozytose länger dauernde Entzündung, Erholungsphase nach Infekt
Basophile Basophilie selten, bei deutlicher Veränderung weiter abklären

Praxisbeispiel

Leukozyten von 13.000/µl mit erhöhten neutrophilen Granulozyten und erhöhtem CRP passen eher zu einem bakteriellen Infekt. Leukozyten von 11.500/µl mit normalem CRP nach Stress, Sport oder Cortison können dagegen ganz anders einzuordnen sein.

8. Leukozyten zu niedrig: was bedeutet Leukopenie?

Sind die Leukozyten zu niedrig, spricht man von einer Leukopenie. Auch das ist zunächst ein Laborbefund und keine fertige Diagnose.

Niedrige Leukozyten können vorübergehend nach Virusinfekten auftreten, aber auch durch Medikamente, Vitaminmangel, Autoimmunerkrankungen, Knochenmarkserkrankungen oder andere Ursachen entstehen.

Häufige Ursachen für zu niedrige Leukozyten

  • Virusinfekte oder Erholungsphase nach Infekt
  • Medikamente
  • Vitamin-B12- oder Folsäuremangel
  • Autoimmunerkrankungen
  • Alkohol, Lebererkrankungen oder Milzvergrößerung
  • selten Erkrankungen des Knochenmarks

Leukozyten zu niedrig: grobe Orientierung

Wert Einordnung Was ist wichtig?
3.000–4.000/µl leicht erniedrigt häufig Verlaufskontrolle ausreichend
2.000–3.000/µl deutlicher erniedrigt Differentialblutbild, Medikamente, Infektverlauf prüfen
<2.000/µl auffällig zeitnah ärztlich abklären
Neutrophile stark niedrig Infektabwehr kann reduziert sein ärztliche Einordnung besonders wichtig

Besonders wichtig ist bei niedrigen Leukozyten die Zahl der neutrophilen Granulozyten.

Passende Vertiefung

Bei Müdigkeit, Blutbildveränderungen oder unklaren Beschwerden können auch Vitamin B12, Folsäure und Eisen/Ferritin relevant sein.

9. Welche Diagnostik ist bei erhöhten Leukozyten sinnvoll?

Die richtige Diagnostik hängt davon ab, wie hoch der Wert ist, ob Beschwerden bestehen und ob weitere Laborwerte auffällig sind. Nicht jeder leicht erhöhte Leukozytenwert braucht eine große Abklärung.

Basis

  • klinische Untersuchung
  • Temperatur, Puls, Blutdruck
  • kleines oder großes Blutbild
  • CRP-Wert
  • Verlaufskontrolle

Bei Infektverdacht

  • Urinstatus bei Harnwegsbeschwerden
  • Rachen-/Atemwegsbefund
  • Lunge abhören
  • ggf. Abstrich oder Schnelltest
  • ggf. Sonografie oder Bildgebung

Bei unklarem Verlauf

  • Differentialblutbild
  • Blutausstrich
  • Leber- und Nierenwerte
  • Ferritin, B12, Folsäure
  • ggf. hämatologische Abklärung

Typisches hausärztliches Vorgehen

Situation Sinnvolle nächste Schritte
Leicht erhöht, Patient beschwerdefrei Verlaufskontrolle, Medikamente/Rauchen/Stress prüfen
Erhöht + Infektzeichen Untersuchung, CRP, ggf. Urin, ggf. gezielte Therapie
Erhöht + CRP hoch Entzündungs- oder Infektfokus suchen
Dauerhaft erhöht Differentialblutbild, Verlauf, ggf. Blutausstrich
Sehr hoch oder weitere Blutwerte auffällig zeitnahe ärztliche Abklärung, ggf. Hämatologie

Nicht isoliert betrachten

Ein Leukozytenwert sollte immer zusammen mit Hämoglobin, Thrombozyten, CRP, Differentialblutbild und Beschwerden beurteilt werden.

10. Behandlung: was tun bei erhöhten Leukozyten?

Erhöhte Leukozyten werden nicht direkt „gesenkt“. Behandelt wird die Ursache. Wenn ein Infekt dahintersteckt, normalisieren sich die Werte häufig mit der Besserung des Infekts.

Was häufig sinnvoll ist

  • Ursache klären statt nur den Laborwert behandeln
  • bei Infekt: körperliche Schonung, Flüssigkeit, Verlauf beobachten
  • bei bakterieller Infektion: gezielte ärztliche Therapie
  • bei Medikamenteneffekt: Medikamentenanamnese prüfen
  • bei Rauchen: chronische leichte Erhöhung einordnen
  • bei dauerhaftem Befund: Kontrollblutbild und Differentialblutbild

Was man vermeiden sollte

  • Antibiotika nur wegen erhöhter Leukozyten ohne klinischen Fokus
  • Werte ohne Beschwerden überinterpretieren
  • deutlich erhöhte Werte dauerhaft ignorieren
  • CRP und Differentialblutbild weglassen, wenn der Verlauf unklar ist
  • sehr hohe Werte nur als „Infekt“ abtun

Ein Antibiotikum ist nur sinnvoll, wenn der Gesamtbefund zu einer bakteriellen Infektion passt.

Blutwerte unklar?

Wenn Leukozyten, CRP oder andere Blutwerte auffällig sind, kann eine hausärztliche Einordnung helfen: Termin online buchen.

Warnzeichen bei erhöhten Leukozyten mit Fieber Nachtschweiß Gewichtsverlust und Lymphknoten

11. Wann sollte man mit erhöhten Leukozyten zum Arzt?

Zeitnah ärztlich abklären, wenn …

  • Fieber oder starkes Krankheitsgefühl bestehen
  • Atemnot, Brustschmerz oder starke Bauchschmerzen auftreten
  • CRP oder andere Entzündungswerte deutlich erhöht sind
  • Leukozyten wiederholt oder dauerhaft erhöht sind
  • Nachtschweiß, Gewichtsverlust oder Lymphknotenschwellungen dazukommen
  • Hämoglobin oder Thrombozyten zusätzlich auffällig sind

Kontrolle reicht oft, wenn …

  • der Wert nur leicht erhöht ist
  • ein banaler Infekt als Ursache plausibel ist
  • keine Warnzeichen bestehen
  • CRP unauffällig oder nur gering erhöht ist
  • der Wert sich im Verlauf normalisiert

Im Zweifel ist eine kurze ärztliche Einordnung sinnvoller als wochenlanges Googeln.

Besonders wichtig

Bei sehr hohen Leukozytenwerten, starkem Krankheitsgefühl, auffälligem Differentialblutbild oder zusätzlichen Veränderungen von roten Blutkörperchen und Blutplättchen sollte man nicht abwarten.

12. Verwandte Blutwerte: CRP, Erythrozyten, Hämoglobin, Thrombozyten

Leukozyten sind nur ein Teil des Blutbildes. Für die medizinische Einordnung sind häufig weitere Werte wichtig.

CRP-Wert

CRP hilft, Entzündungen und Infekte besser einzuordnen. Besonders wichtig bei Fieber, Schmerzen oder unklarem Krankheitsgefühl.

Zum CRP-Wert

Großes Blutbild

Das große Blutbild zeigt neben der Gesamtzahl der Leukozyten auch die Untergruppen im Differentialblutbild.

Zum großen Blutbild

Blutbild erklärt

Für alle, die mehrere Blutwerte zusammen verstehen möchten: Leukozyten, Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit und Thrombozyten.

Blutbild verstehen

Erythrozyten

Rote Blutkörperchen sind für Sauerstofftransport relevant. Auffälligkeiten können bei Anämie, Flüssigkeitsmangel oder anderen Ursachen auftreten.

Erythrozyten einordnen

Hämoglobin

Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff. Niedrige Werte können auf Blutarmut hinweisen.

Hb-Wert verstehen

Ferritin & Eisen

Müdigkeit, Schwäche und Leistungsabfall können auch durch Eisenmangel oder andere Mangelzustände verstärkt werden.

Ferritin und Eisenmangel

13. Häufige Fragen zu Leukozyten

Was sind Leukozyten?

Leukozyten sind weiße Blutkörperchen. Sie gehören zum Immunsystem und helfen dem Körper, Infekte, Entzündungen und andere Belastungen abzuwehren.

Was ist ein normaler Leukozytenwert?

Häufig liegt der Normalbereich bei Erwachsenen ungefähr zwischen 4.000 und 10.000 Leukozyten pro Mikroliter Blut. Der genaue Referenzbereich kann je nach Labor etwas unterschiedlich sein.

Ab wann sind Leukozyten erhöht?

Meist spricht man ab etwa 10.000 Leukozyten/µl von erhöhten Leukozyten. Leichte Erhöhungen sind häufig und müssen immer im Zusammenhang mit Beschwerden, CRP und Differentialblutbild beurteilt werden.

Ab wann sind Leukozyten gefährlich hoch?

Gefährlich ist nicht nur die Zahl allein. Sehr hohe Werte, starkes Krankheitsgefühl, Fieber, auffälliges Differentialblutbild oder zusätzliche Veränderungen bei Hämoglobin und Thrombozyten sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

Was bedeutet Leukozyten zu hoch?

Erhöhte Leukozyten bedeuten, dass das Immunsystem aktiviert ist oder andere Einflüsse auf das Blutbild wirken. Häufige Ursachen sind Infekte, Entzündungen, Stress, Rauchen, Medikamente oder körperliche Belastung.

Können Leukozyten durch Stress erhöht sein?

Ja. Körperlicher oder psychischer Stress, Sport, Schmerzen, Operationen oder Cortison können Leukozyten vorübergehend erhöhen.

Welche Symptome machen erhöhte Leukozyten?

Erhöhte Leukozyten selbst machen meist keine direkten Symptome. Beschwerden entstehen durch die Ursache, zum Beispiel Fieber, Schmerzen, Husten, Brennen beim Wasserlassen, Müdigkeit oder Krankheitsgefühl.

Sind erhöhte Leukozyten immer ein Hinweis auf Krebs?

Nein. Die häufigsten Ursachen sind Infekte, Entzündungen oder vorübergehende Reaktionen. Bei dauerhaft stark erhöhten Werten, auffälligem Differentialblutbild, Nachtschweiß, Gewichtsverlust oder Lymphknotenschwellungen sollte aber weiter abgeklärt werden.

Was bedeutet Leukozyten leicht erhöht?

Leicht erhöhte Leukozyten sind oft vorübergehend und können zu Infekt, Stress, Rauchen oder Medikamenten passen. Wichtig ist der Verlauf und ob weitere Werte wie CRP, Hämoglobin oder Thrombozyten auffällig sind.

Welche Blutwerte sollte man zusätzlich prüfen?

Sinnvoll sind häufig CRP, Differentialblutbild, Hämoglobin, Thrombozyten, Leber- und Nierenwerte sowie je nach Situation Ferritin, Vitamin B12 und Folsäure.

Was bedeutet Leukozyten zu niedrig?

Zu niedrige Leukozyten nennt man Leukopenie. Ursachen können Virusinfekte, Medikamente, Vitaminmangel, Autoimmunerkrankungen oder selten Knochenmarkserkrankungen sein.

Wann sollte man mit auffälligen Leukozyten zum Arzt?

Bei Fieber, starkem Krankheitsgefühl, Atemnot, Brustschmerzen, starken Bauchschmerzen, dauerhaft erhöhten oder sehr niedrigen Werten sowie zusätzlichen Auffälligkeiten im Blutbild sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Blutwerte ärztlich einordnen lassen

Wenn Leukozyten, CRP oder andere Blutwerte auffällig sind: Termin online buchen.

Medizinischer Hinweis

Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle ärztliche Untersuchung. Blutwerte sollten immer im Zusammenhang mit Beschwerden, Verlauf, Medikamenten, Vorerkrankungen und weiteren Laborwerten beurteilt werden.

Quellen-Update: 01.07.2026

Quellen und weiterführende Informationen

Referenzbereiche können je nach Labor, Messmethode und Patientensituation variieren. Entscheidend ist die ärztliche Gesamteinordnung.

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